Verdauung

Verdauung und Präbiotika

Präbiotika bezeichnen bestimmte Kohlenhydrate, die der menschliche Organismus nicht verdauen kann. Sie dienen als Nährstoffe für milchsäurebildende Bakterien wie Bifidobakterien und Laktobazillen. Bei Präbiotika handelt es sich in der Regel um besonders langkettige Zuckermoleküle, wie beispielsweise Oligofructose oder Inulin.

Wirkung auf die Verdauung

Präbiotika ernähren nützliche Bakterienkulturen, die verschiedene Funktionen für unsere Verdauung übernehmen. Das kann man sich wie folgt vorstellen: Die menschliche Darmflora wird von Millionen von Bakterien besiedelt, welche die Verdauung regulieren und unterstützen. Um ihre Aufgaben effektiv erledigen zu können, benötigen diese Bakterienstämme Nährstoffe für ihr Wachstum und ihre Aktivität. Präbiotika sind solche Nährstoffe.

Einnahme von Präbiotika

Präbiotika finden sich in der Nahrung, beispielsweise in Haferflocken, Chicoree, Bananen, Topinambur oder Schwarzwurzeln. Die nachfolgende Tabelle zeigt den Gehalt an Präbiotika am Beispiel von Inulin bei ausgewählten pflanzlichen Produkten. 

Inulingehalt bei ausgewählten pflanzlichen Produkten, die sich für den Verzehr eignen:

Banane 0,3 – 0,7 %
Spargel 1 – 30 %
Knoblauch 9 – 16%
Zwiebeln 2 – 6 %
Porree 3 – 10 %
Roggen 0,5 – 1 %

Manche Lebensmittel werden zusätzlich mit Präbiotika angereichert (sogenanntes Functional Food). In Nahrungsergänzungsmitteln kommen Präbiotika in der Regel in Kombination mit Probiotika zum Einsatz. Probiotika sind Bakterienstämme, die dem Menschen mit der Nahrung zugeführt werden, damit sie sich im Darm ansiedeln. Durch eine gemeinsame Einnahme mit Präbiotika erhalten diese Bakterien direkt ihre Ernährungsgrundlage, was die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Ansiedlung erhöht. Eine Kombination von Präbiotika und Probiotika wird als Synbiotika bezeichnet.

Kritische Betrachtung von Präbiotika

Präbiotika können als unbedenkliches Lebensmittel eingestuft werden. Um eine nachweisbare Wirkung durch Präbiotika zu erzielen, sind Dosen von acht bis zehn Gramm pro Tag empfehlenswert. Die Einnahme von Präbiotika in größeren Mengen (ab ca. 20 Gramm Oligofructose oder Inulin über den Tag verteilt) kann zu Blähungen und leichtem Durchfall führen (vgl. De Vrese u. Schrezenmeir 1998). 

Quellennachweis:

  • Andlauer/Biesalski/Fürst (2004): Designer Foods, Neutraceuticals, Phytochemicals, Functional Food, Probiotica. In: Biesalski/Fürst/Kasper/Kluthe/Pölert/Puchstein/ Stähelin (Hrsg): Ernährungsmedizin, 3. Aufl., Thieme: Stuttgart, New York. S. 187-192.
  • Bouhnik/Flourie/Riottot/Bisetti/Gailing/Guibert/Bornet/Rambaud (1996): Effects of fructo-oligosaccharides ingestion on fecal bifidobacteria and selected metabolic indexes of colon carcinogenesis in healthy humans. Nutr Cancer 26: S. 21-29.
  • De Vrese/Schrezenmeir (1998): Pro- und Präbiotika - Stand der Diskussion. Ernährungsumschau 45 (Sonderheft), S. 79-89.
  • Monatszeitschrift Kinderheilkunde (Probiotika, Präbiotika, Colonic food- Definitionen und mögliche Einsatzgebiete, Schulz, Kunz (2002)).
  • Venhaus (1999): Nahrung für die Einzeller in uns. Nachr Chem Tech Lab 47: S. 663-664.

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