Stillzeit

Alternative Bezeichnung: Laktationszeit

Was ist die Stillzeit?

Die Stillzeit ist die Phase, in der Mütter ihr Neugeborenes über die Brust mit Muttermilch füttern. Dieser Vorgang soll zum einen die Mutter-Kind-Beziehung fördern. Zum anderen garantiert Muttermilch dem Neugeborenen die Versorgung mit lebensnotwendigen Nährstoffen in einer optimalen Zusammensetzung und angenehmen Temperatur.

In den ersten fünf Tagen nach der Geburt wird dabei nicht von Muttermilch, sondern von Colostrum gesprochen, dessen Volumen aufgrund des hohen Proteinanteils nur wenige Milliliter ausmacht. Da der Großteil der Proteine hierbei von Immunglobulinen gebildet wird, stärkt das Colostrum insbesondere das Immunsystem des Neugeborenen. Nach den ersten fünf Tagen des Stillens steigt das Milchvolumen und verändert seine Zusammensetzung entsprechend der kindlichen Bedürfnisse. Dabei nimmt der Proteingehalt ab, während der Fett-, Lactose- und Energiegehalt zunimmt.

Da der Säugling über die Muttermilch nur geringe Mengen an Vitamin D und K aufnimmt, werden in Deutschland jedem Neugeborenen im ersten Lebensjahr Vitamin-D-Supplemente verschrieben. Darüber hinaus werden während der frühkindlichen Untersuchungen (U1, U2, U3) beim Kinderarzt hohe Vitamin-K-Dosen oral oder parenteral (Infusionen in die Blutbahn) verabreicht. Ab einem Alter von vier Monaten kann der Eisenbedarf eines Säuglings nicht mehr über die Muttermilch gedeckt werden, weshalb ab diesem Zeitpunkt die Beikost eingeführt und mit dem Abstillen begonnen werden sollte.

Vorteile des Stillens

Die Vorteile des Stillens für heranwachsende Kinder sind eindeutig: Bei gestillten Säuglingen sinkt das Risiko des plötzlichen Kindstodes. Außerdem fördern Langzeiteffekte des Stillens die Gesundheit gestillter Kinder. So werden diese in der Regel seltener krank, da die Kinder aufgrund der Aufnahme wertvoller Antikörper (z. B. Lysozym, Laktoferrin) über die Muttermilch ein stärkeres Immunsystem bilden. Darüber hinaus beeinflusst das Stillen die kindliche Darmflora positiv, sodass das Risiko chronischer Krankheiten (z. B. Diabetes mellitus, Zöliakie, Morbus Crohn) vermindert wird. Auch das Risiko von Übergewicht im fortgeschrittenen Lebensalter sinkt bei gestillten Kindern. Des Weiteren fördert Stillen die Kieferentwicklung und die neurologische Entwicklung des Kindes.

Auch die stillenden Mütter ziehen Vorteile aus der Stillzeit. In dieser Zeitspanne wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet. Dieses beschleunigt die Rückbildung der Gebärmutter und steigert das Wohlbefinden der Mutter. Frauen, die mindestens eine Stillperiode in ihrem Leben aufweisen, haben ein verringertes Brustkrebs- und Osteoporose-Risiko. Letzteres hängt dabei mit der erhöhten Ausschüttung des Oxytocin-Hormons zusammen, welches die Calciumaufnahme in die Knochen erhöht.

Nährstoffbedarf während der Stillzeit

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) veranschlagt während der Stillzeit bis zum 4. Monat einen Mehrbedarf an Energie von 635 Kilokalorien pro Tag. Ab dem 4. Monat Vollstillen beträgt der Mehrbedarf an Energie 525 Kilokalorien und beim Teilstillen nur 285 Kilokalorien. Auch der Bedarf wichtiger Nährstoffe wie Calcium und Vitamin B6 steigt bei Stillenden an. Deshalb sollten während der Stillzeit besonders nährstoffreiche und gesunde Lebensmittel bevorzugt werden.

Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass stark aromatische Lebensmittel, wie Knoblauch oder Chili, den Geschmack der Muttermilch beeinflussen können. Während der Stillzeit ist auf quecksilberhaltige Fische (z. B. Merlin, Hai, Thunfisch), Alkohol, Nikotin, Koffein, Reduktionsdiäten und einseitige Lebensweisen zu verzichten, damit die Gesundheit des heranreifenden Säuglings nicht gefährdet wird.

Spurenelemente erfüllen die unterschiedlichsten Funktionen im menschlichen Körper. Selen zum Beispiel leistet einen Beitrag zur normalen Schilddrüsenfunktion. Darüber hinaus tragen sowohl Selen als auch Zink zur normalen Funktion des Immunsystems bei. Der Mineralstoff Eisen hat eine Funktion bei der Zellteilung und es trägt zudem zur normalen Bildung von roten Blutkörperchen und Hämoglobin bei. Die Funktionen der einzelnen Spurenelemente sind zu vielfältig, um sie an dieser Stelle weiter auszuführen. Detaillierte Informationen finden sich in den einzelnen Artikeln zu den jeweiligen Spurenelementen.


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