B6, Vitamin

Alternative Bezeichnung: Pyridoxin

Was ist Vitamin B6?

Vitamin B6 gehört zu den wasserlöslichen B-Vitaminen und umfasst die drei Vitamine Pyridoxin, Pyridoxal und Pyridoxamin sowie deren phosphorylierte Formen. Diese Vitamine werden über den Darm mit einer Bioverfügbarkeit von 70 bis 80 Prozent aufgenommen.80 bis 90 Prozent des Vitamins B6 werden daraufhin in der Muskulatur gespeichert, wobei der Gesamtspeicher von 1000 Mikromol (µmol) in der Lage ist, den Körper etwa einen Monat lang ausreichend mit Vitamin B6 zu versorgen.

Wirkung und Funktion von Vitamin B6

An einer Vielzahl von Abläufen im menschlichen Organismus ist das Vitamin B6 beteiligt – von rein körperlichen über nervliche bis hin zu psychischen Funktionen.

  • So trägt Vitamin B6 zu einer normalen Synthese von Cystein bei, einer beim Erwachsenen in der Leber gebildeten Aminosäure.
  • Vitamin B6 trägt auch zu normalen Stoffwechselfunktionen bei, etwa zu einem normalen Energie-, Homocystein-, Eiweiß- und zum Glycogen-Stoffwechsel.
  • Zur normalen Bildung roter Blutkörperchen trägt Vitamin B6 ebenfalls bei.
  • Weiterhin trägt Vitamin B6 zur Regulierung des Hormonhaushalts bei.

Darüber trägt Vitamin B6 zu einer normalen Funktion des Nervensystems, zur normalen psychischen Funktion bei sowie zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung und einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Viele gute Gründe, auf die ausreichende Zufuhr dieses Vitamins zu achten. Doch wie viel ist ausreichend?

Vitamin-B6-Bedarf

Der Bedarf an Vitamin B6 hängt von der täglichen Proteinzufuhr ab, wobei pro Gramm aufgenommener Proteine etwa 20 Mikrogramm (µg) Vitamin B6 aufgenommen werden sollten.

Die Aufnahme von Vitamin B6 kann jedoch durch zahlreiche Faktoren beeinträchtigt werden. So führt eine erhöhte Aufnahme von Naturfasern, Koffein (Kaffee) und Theophyllin (Tee) sowie die Einnahme einiger Medikamente (z.B. Pille) zu einer verminderten Pyridoxinaufnahme.

In der nachfolgenden Tabelle sind die Zufuhrempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Vitamin B6 dargestellt. Aufgrund erwähnter Faktoren, die zu einem erhöhten Pyridoxinbedarf führen, können die Zufuhrempfehlungen der DGE unter Umständen nicht ausreichen, um den individuellen Bedarf an Vitamin B6 zu decken. Der ernährungsmedizinische Dosierungsbereich liegt hier bei mindestens 10 Milligramm Pyridoxin pro Tag.

Zufuhrempfehlungen der DGE für Vitamin B6

Lebensabschnitt

Zufuhrempfehlungen (mg/d)

m

w

0 bis 4 Monate

0,1

4 bis 12 Monate

0,3

1 bis 4 Jahre

0,4

4 bis 7 Jahre

0,5

7 bis 10 Jahre

0,7

10 bis 13 Jahre

1

13 bis 15 Jahre

1,4

15 bis 19 Jahre

1,6

1,2

19 bis 65 Jahre

1,5

1,2

ab 65 Jahre

1,4

1,2

Schwangere

(ab dem 4. Monat)

und Stillende

1,9

Vitamin B6 in Nahrungsmitteln

Bei der Aufnahme von Vitamin B6 über Nahrungsmittel ist zu beachten, dass ein hoher Verarbeitungsgrad den Pyridoxingehalt senken kann. Vor allem beim Kochen in Wasser ist es deshalb wahrscheinlich, dass hohe Mengen des wasserlöslichen Vitamins ausgeschwemmt werden. In der Regel liegen die Verluste dabei bei 30 bis 45 Prozent. Auch gegen UV-Strahlung ist Vitamin B6 sehr labil, sodass Lebensmittel wie Milch nicht der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt werden sollten. Gegen Hitze sind pflanzliche Pyridoxinquellen mit einer Verlustrate von 20 Prozent gegenüber tierischen Lebensmitteln (30 bis 45 Prozent) relativ stabil.

Vitamin B6 ist in hohen Mengen in Bierhefe (4,3 mg/100g) und gegartem Flusskrebs (1,54 mg/100g) enthalten, aber auch getrocknete Bananen (0,9 mg/100g), Walnüsse (0,87 mg/100g), Leber (bis zu 0,66 mg/100g), geräucherter Lachs (0,63 mg/100g) und Avocados (0,53 mg/100g) enthalten eine ausreichende Menge Vitamin B6 zur Bedarfsdeckung.

Vitamin-B6-Mangel und -Supplementierung

Überhöhter Alkoholkonsum, Fastenkuren, einseitige Diäten, aber auch chronische Infektionen, eine Schilddrüsenüberfunktion und Niereninsuffizienz können neben den bereits erwähnten Faktoren zu einem erhöhten Vitamin-B6-Bedarf führen und damit eine Unterversorgung bedingen.

Es können jedoch keine bestimmten Symptome an einer alleinigen Vitamin-B6-Unterversorgung festgemacht werden, da ein Pyridoxinmangel in der Regel zusammen mit anderen B-Vitamin-Mängeln auftritt. Diese äußern sich unter anderem in Symptomen wie Schwindel, Depressionen, Schlaflosigkeit, Blutarmut und einer verminderten Immunfunktion.

Therapiert wird ein Vitamin-B6-Mangel über eine erhöhte Pyridoxinzufuhr und eine individuelle Supplementierung im ernähungsmedizinischen Bereich. Um mögliche Beeinträchtigungen beim Säugling zu vermeiden sollte jedoch beachtet werden, dass während der Schwangerschaft und Stillzeit eine Zufuhr von 100 Milligramm Vitamin B6 pro Tag nicht überschritten wird.

 


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